Feb
11
2009

Amazon AWS – In den Wolken

Cloudcomputing ist wohl nicht der erste oder letzte Trend, den ich zu spaet entdecke. Aber nun habe ich doch die ersten Tests mit Amazons AWS gemacht. Der Start ist wirklich sehr einfach. Verfuegt man ueber eine Amazon Konto, kann man sich damit bei Amazon AWS mit ein paar Klicks registrieren. Wahlweise ueber die grafische AWS Management Console oder ueber Kommandozeile sucht man sich aus mehr als 1800 AMI’s (virtuellen Maschinen Images) eines aus, z.B. eine nackte Ubuntu 8.04 Installation. Je nachdem wo man sich auf der Welt befindet oder seine potentiellen Nutzer vermutet, legt man fest ob die VM in USA oder in Europa laufen soll. Ausserdem kann die Servergroesse (wenig oder viel CPU Leistung) ausgewaehlt werden. Startet man die VM dann, beginnt auch der Gebuehrenzaehler zu rattern. Einfluss auf die Hoehe der Gebuehren haben Serverstandort und Servergroesse. Um auf die Maschine zugreifen zu koennen, benoetigt man eine Elastic IP. Das ist eine oeffentliche IP-Adresse, die der VM zugeordnet wird. Die gestartet VM verfuegt ueber eine private IP-Adresse, die per DHCP konfiguriert wurde. Ist auf der VM der SSH Daemon gestartet, der SSH-Port freigeschaltet und der SSH-Key hinterlegt, kann man sich jetzt per SSH mit der Maschine passwortlos verbinden.
Die Maschinen koennen untereinander ueber die privaten IP-Adressen kommunizieren.
Alle Daten auf der Maschine sind fluechtig. Beendet man die Instanz, muss man sowohl die Port-Freischaltungen, Servergroesse als auch die freigeschalteteten SSH-Keys neu konfigurieren. Auch die Verknuepfung Elastic IP Adresse und VM geht verloren.
Um dauerhaft Daten zu speichern muss man sich noch Storage dazukaufen, der als device (/dev/sdx) der Instanz zur Verfuegung steht. Dort kann man sich sein Dateisystem erstellen und es danach mounten.
Fuer dieses Beispiel wurden die Dienste EC2 und S3 eingesetzt. Amazon bietet noch weitere Dienste, die ich mir bisher noch nicht angeschaut habe.
Ungewohnt ist wohl das auf der VM keine Daten gesichert werden. Ich weiss nicht ob man in der Praxis anfaengt, die einzelnen Verzeichnisse wie z.B. /var auf S3 Storage auszulagern. Was passiert bei Sicherheitsaktualisierungen ? Muss jedesmal das AMI geupdatet und neu hochgeladen werden oder installiert man die Updates auf die gestartet VM und hofft das man sie nie “abschiessen” muss ?
Wahrscheinlich werde ich die VMs, die ich zum Testen lokal auf meinem Notebook verwendet habe durch AMIs ersetzen. Die Pflege eigener VMs ist wesentlich aufwendiger, als das Deployment einer speziellen, vorbereiteten AMI in der Wolke.
Nach dem Testen sollte man die VMs beenden und die Elastic IPs freigeben. Der Gebuehrenzaehler rattert sonst gnadenlos weiter.

Written by mirko in: Computer |

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